assenza-beppe-ritrbeppe_assenza_nachtphantasieBeppe Assenza (* 19. März 1905 in Modica, Sizilien; † 23. September 1985 in Dornach), war Porträtmaler am Beginn des vergangenen Jahrhunderts in Italien. Zunächst arbeitet er im Stil der Renaissance und entwickelt in den 30er Jahren immer mehr eine expressive Malweise, die 1936 auf der Biennale in Venedig ausgestellt wird. Die vom Modell inspirierte Malerei kann seinem künstlerischen Streben nicht mehr genügen. Auf der Suche nach einer Malerei, die gegenüber der Formsprache der Natur unabhängiger ist, stösst er auf das Werk Goethes und Rudolf Steiners. Inspiriert, nicht allein vom Motiv des Faust, sondern auch von der besonderen Art Goethes die Farben zu beobachten und objektive Gesetzmäßigkeiten in ihren Erscheinungen zu entdecken, ändert Assenza seinen künstlerischen Prozeß. Die Bildsprache entwickelt Assenza nun bewußter aus dem Zusammenspiel der Farben. Motiv und künstlerische Mittel durchdringen sich nun mit großem Selbstverständnis.

Das Streben dieser Malerei, mit den Mitteln Hell/Dunkel, Farbe, Linie, Form hin zu einer Bildgestaltung zu finden, ist nun durch zwei Generationen von Malern weiterentwickelt und individualisiert worden – mit ungebrochener Impulsierungskraft.
Der Kern der Ausbildungssystematik unserer Akademie bildet sich im täglichen, künstlerischen Leben dieser Ideen. Sie sind für uns auch Ausgangspunkt, in steter Auseinandersetzung das andernorts sich zeigende zeitgenössische Schaffen zu durchdringen und für uns fruchtbar werden zu lassen.

Im Unterricht der jeweiligen Fächer werden Themen behandelt, die technisch und inhaltlich während der Ausbildung eine Steigerung erfahren. Die individuelle Fantasie wird durch die Arbeit in der Auseinandersetzung mit Farbe und Gegenstand geweckt – sie wird dehnbar. Aus dem Umgang mit dem im Alltag meist vorbewusst bleibenden schöpferischen Potenzial bildet sie sich im Künstler als Werkzeug aus, mit dem und aus dem eigene künstlerische Aufgabenstellungen erwachsen.