Die Metamorphose der Dreigliederung

Die soziale Frage hat sich vor einhundert Jahren anders gestellt als heute. 1919 war es das Ende des Ersten Weltkrieges, die anhaltende Feindschaft der Länder, das Elend und der Hunger, die ihr das äußere Gepräge gaben. Heute, 2019, scheint es gerade umgekehrt zu sein. In vielen Ländern der Europäischen Union, bis Russland hin, scheinen überbordender Konsum und eine gemeinsame materielle Lebenseinstellung den Gehalt solcher Fragen zu bestimmen. Es scheint die soziale Frage allenfalls noch in der Forderung „Geld für alle“ zu geben, wie der SPIEGEL einen Artikel zum 200. Geburtstag von Karl Marx überschrieb – im Bild des modernen Onkel Dagobert, der beim Sprung in sein Gold Bad noch andere inmitten der Münzen findet. Und die Wendung der sozialen Frage scheint der Untertitel zu markieren: „Wie ein besserer Kapitalismus die Welt gerechter machen kann“. Natürlich hat auch heute die Angst in der sozialen Frage ihren Platz. Es ist nicht nur die Verteilungsge- rechtigkeit, sondern auch das uns offenbar durch Informationstechnologie und Roboter bevorstehende Ende der Arbeit, das uns umtreibt.
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