Das „Künstlerische Jahr“ 2020/21 beginnt am 03.09.2020 und endet mit den Sommerferien NRW 2021. Die Kurszeiten sind jeweils Donnertags zwischen 10-16 Uhr und pausieren in den Schulferien

Beschreibung

„Künstlerisches Jahr“  
mit Schwerpunkt der ungegenständlichen und abstrahierenden Malerei/ Quereinstieg möglich

Schauen wir im mitteleuropäischen Geistes- und Kulturleben einhundert Jahre zurück, können wir beobachten, dass klassisch impressionistische und expressionistische Ausdrucksformen in der Malerei bereits abklingen und erste Anzeichen dafür auftreten, dass die einzelnen malerischen Mittel (Farbe, Form, Material, Fläche, Linie) mehr und mehr das künstlerische Bewusstsein berühren und sich eigenständiger im Malprozess ausdrücken – unabhängig von den in der Natur vorgefundenen Formen. Abstrahierend und sich am Gefühl des Gegenstands entwickelnd, sind z.B. in Ernst Ludwig Kirchners Aquarellskizzen dynamische Flächen und Linien zu bemerken, die die Empfindung hervorrufen, dass sich die Leinwand zum Bildraum, zu einer lebendigen Bühne gestaltet, auf der sich Bewegungshaftes zur Komposition verdichtet – ohne den rhythmischen Fluss und die Leichtigkeit zu verlieren. Fritz Winter hingegen, der mit Kirchner bekannt war, beschreitet einen ganz anderen Weg. Als Vertreter einer ungegenständlichen Malerei gliedert Winter den Bildraum mit geometrisch anmutenden Strukturen, um einen kompositorischen Halt für die Farbe und das Schwarz zu erreichen. Alle an die Natur erinnernden Formen werden von Winter noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zu Gunsten einer abstrakten Komposition überwunden. Erst allmählich gliedern sich bei ihm reine Farben in diesen Malprozess ein, die dann in den 60er Jahren immer befreiter auftreten. Bei den nordamerikanischen Malern des Abstrakten Expressionismus ist Ähnliches zu erkennen.
Prägende Vertreter der Malerei versuchen bis heute – in akademisch differenzierender Weise – das Gegenständliche immer wieder neu der Realität anzupassen. Und an den Kunsthochschulen werden die geistigen Gesichtspunkte für das Erfassen rein malerischer Kriterien in Bezug auf Farbe und Form weitgehend unberücksichtigt gelassen.
Der 1985 verstorbene Maler Beppe Assenza hat dem gegenüber danach gestrebt, eine Bildsprache zu entwickeln, die sich aus dem Eigenwert der Farbe einerseits und aus den formalen Kräften des Hell-Dunkel andererseits entfaltet. Flächen und Farbkräfte werden hier als eigenständige Wesen betrachtet, die dem malerischen Prozess neue kraftvolle Impulse verleihen.
 Der Abendkurs wird sich ab dem 01.09.20120 der abstrahierenden und besonders der ungegenständlichen Malerei zuwenden.

An den Kurstagen werden wir zunächst mit einer technischen Einleitung und Demonstration beginnen, was hilft, um das eigene Tun befreiter starten zu können. Nach einer gewissen Zeit der Einarbeitung wird ein kleines Kolloquium geplant, in dem wir die einzelnen Herangehensweisen in einer Bildbesprechnung erkennen lernen.

Je nach dem Fortschritt im Kursgeschehen, werden allmählich auch unterschiedliche Bildgründe und Grundierungen angewendet.

Maler wie Cy Twombly, Emil Schumacher, Franz Kline… sind dieser Empfindung gefolgt, und haben Farbe, Form und die malerische Oberfläche so formuliert, dass der Moment und nicht die Vorstellung über den Zusammenklang der künstlerischen Mittel entscheidet.

Der Unterricht beginnt meist mit einer gemeinsamen Besprechung der Arbeiten, die zum Thema selbständig zu Hause gefertigt worden. Anschließend arbeiten wir an einem gemeinsamen Thema und haben zum Ende des Tages wieder ein Kolloquium an den entstandenen Werken, die individuell betrachtet werden. Das Kolloquium hilft, die Herangehensweise der anderen Maler/innen erleben zu lernen. Durch die Betrachtung können wir eine gewisse Distanz zu unserem Tun bekommen, indem wir die individuellen Gesichtspunkte erfassen lernen.

Kosten:

Jahresgebühr 1740€ montl. 145€

In Verbindung mit der Berufsbegleitenden Malausbildung montl.. 200€.

Bankverbindung: Novalis Hochschulvereins DE49 4306 0967 0000 2727 00

Anmeldung

Materialliste

In bestimmten Fällen kann das Künstlerische Jahr durch Zuschüsse aus NRW oder dem Bund durch die Weiterbildungsprämie oder dem Weiterbildungscheck gefördert werde.

Infos über die Förderung finden Sie hier.

https://www.weiterbildungsberatung.nrw/foerderung/bildungspraemie-bund

https://www.weiterbildungsberatung.nrw/foerderung/bildungsscheck