20.04. – 24.04.22
Mittwochs – Sonntags, 10 – 16 Uhr

„Erst in der Reduktion auf Weniges wird man dem Einzelteil gerecht und gibt ihm die Möglichkeit, sich seiner ganzen Kraft zu entfalten“, Raimund Girke, in: Das Einfache das schwer zu machen ist, Katalog, Galerie Adam Seide, Hannover 1960. Dieses Zitat des Raimund Girke soll Leitgedanke für den kommenden Workshop „Black and White“ sein, der den Gestaltgebungsmöglichkeiten von Schwarz und Weiß in Malerei und Zeichnung nachgehen möchte. Mit Schwarz und Weiß zu arbeiten, bedeutet nicht nur die radikalste farbliche Reduktion einzugehen und zugleich den größtmöglichen Kontrast zu suchen, der den Sinn für den Einsatz der Mittel steigert, sondern auch ein Hinwenden zu zwei „Farben“ oder „Nichtfarben“ mit einer starken geistigen und existentiellen Bedeutung, die eine Geschichte der Emanzipation in der Kunst durchlaufen haben, um in der Moderne schließlich selbst Gegenstand künstlerischer Untersuchung zu werden. So erschien das Schwarz in altmeisterlichen Bildern von etwa Hans Holbein oder Hans Memling als Untergrundfarbe oder Farbe des Gewandes und wird in der Moderne bei Malern wie Ad Reinhardt, Frank Stella oder Pierre Soulages zum immateriellen Bildgegenstand, so wie das Weiß bei Künstler*innen wie Agnes Martin, Raimund Girke oder Robert Ryman Ausschließlichkeit erlangt.

Farben unterliegen Codierungen, und so ist laut dem Kunsttheoretiker und Philosophen Max Raphael das Schwarz nicht nur der neutralste Grund, sondern auch das „Absolute, das alle Inhalte in sich trägt, obwohl es keinen zur Erscheinung kommen lässt. Das Schwarz hat die Weite der Unbestimmtheit, der Allbestimmtheit“, und er kommt sogar zu dem Schluss, dass das Schwarz auf dem Porträt der Maria Magdalena Baroncelli des Hans Memling dieselbe Funktion wie das Gold auf einem Heiligenbild habe.

Wir werden in dem kommenden Workshop „Black and White“ dabei im gegenständlichen wie Ungegenständlichen experimentell Formulierungswege erforschen und zwei Aspekten der Farbe, nämlich Farbton (colour) und Farbmaterie (paint) nachgehen sowie in der Zeichnung mit Graphit, Kohle oder Eddingmarker Linie und Raum untersuchen.

Mitzubringende Materialien: Acrylfarben Titanweiß, Schwarz sowie Spachtelmasse, Borstenpinsel in verschiedenen Größen, Spachtel, Bleistifte, Kohle, Eddingmarker, Leinwand und Mal- Zeichenblock A2, 300 g. Motivvorlagen, Skiz


300€ für Studierende der FAfM
350€ für Gäste der FAfM
Dozenten: Jan Holthoff, Jens Kilian
Novalis Hochschulvereins
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GENODEM1GLS
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